Nach dem Frühstück checken wir aus und fahren mit unserem Reiseleiter Richtung Wüste. Jetzt beginnt das Abenteuer! Zuerst steuern wir das Bimmah Sinkhole an und werden von dem blau-grünfarbenen Wasserloch überrascht sein, welches sich wie aus dem Nichts auftut. Der Legende nach entstand dieses kuriose Sinkhole durch einen Meteoriteneinschlag, wobei Geologen jedoch sagen, dass die oberen Kalksteinschichten durch Erosionen zusammengebrochen sind. Die verschiedenen Gesteinsschichten kann man von oben gut erkennen, wenn man am Rande des Sinkholes entlanggeht. Hier haben wir einen tollen Blick auf die faszinierende Kulisse mit den Bergen auf der einen und dem offenen Meer auf der anderen Seite. In diesem ca. 20 Meter tiefen Loch, welches wir nach einem Abstieg über etwa 80 Treppenstufen erreichen, können wir ein kleines Bad nehmen. Sehen wir wohl die vielen kleinen Fische, die sich hier tummeln? Oben am Sinkhole wurde ein Park mit Palmen und Sitzgelegenheiten angelegt, sodass wir auch dort verweilen können.
Anschließend steigen wir zurück in unseren Bus und fahren weiter in das Wadi Shab. Ein Wadi ist ein ausgetrocknetes Flussbett, welches in einer Schlucht liegt. Das Wadi Shab ist eines der beliebtesten Wadis in Oman und definitiv ein Must-See auf unserer Familienreise. In dem tiefen Canyon erwartet uns türkisfarbenes Wasser und sogar ein Wasserfall. Zu Fuß machen wir uns auf den Weg, um das Wadi genauer zu erkunden. Nach ca. 20 Minuten Fußmarsch durch Gärten und grüne Vegetation gelangen wir zum atemberaubendsten Teil der Schlucht. Über mehrere Wasserfälle nimmt der Bachlauf hier seinen Weg herunter und bietet so den Dörfern und Obstplantagen in der Nähe Wasser zur Versorgung.
Nach diesen Naturerkundungen stärken wir uns mit einem Mittagessen in Sur (nicht im Preis inkludiert). Unser Guide empfiehlt uns gerne ein lokales Restaurant. Die kleine Hafenstadt liegt auf dem Weg zur Wüste und ist bekannt für die uralte Dhow Werft, wo die traditionellen Schiffe der Omanis noch heute gebaut werden, die uns alle an Sindbad den Seefahrer erinnern. Hier werden die Boote noch von Hand hergestellt und jeder kann den Handwerkern bei der Arbeit zuschauen. Die Werft ist die letzte verbleibende Dhow Werft im Mittleren Osten und bei einem Rundgang durch die Werkstatt können wir mehr über diesen traditionellen Schiffsbau erfahren.
Wir bekommen auch ein Gefühl für das Leben der Beduinen, deren Lebensstil sich hier aber auch verändert. Die Modernisierung nähert sich der Wüste und junge Menschen arbeiten zunehmend in den urbanisierten Gebieten. Ursprünglich lebten die Beduinen als Nomaden und zogen mit ihren Viehherden durch die Wüsten, immer auf der Suche nach neuen und guten Weideflächen für ihre Tiere. Sie lebten auch nur von den Produkten, die von den Tieren stammten, und hatten sich an die Lebensbedingungen vor Ort angepasst. Doch was so romantisch klingt, war es sicher nicht. Die harten Lebensbedingungen brachten auch sehr viel Hunger und Not mit sich. Viele Beduinen sind daher auch sesshaft geworden, haben ihr Nomadentum aufgegeben und verdienen Geld mit Jobs in den Städten oder Touristen. Doch das Umherziehen hat auch ihre Identität ausgemacht. Das ist eine für viele Beduinen schwierige Situation.
Nach ca. 1,5 weiteren Stunden Fahrtzeit erreichen wir endlich die Einfahrt zu unserem Wüstencamp. Hier steigen wir in die 4x4-Geländewagen um, mit denen wir durch die goldgelbe, riesige Wüste gefahren werden. Vielleicht sehen wir schon das erste Kamel auf dem Weg? Bereits nach wenigen Kilometern fühlt man sich wie in einer anderen Welt. Sanddünen soweit das Auge reicht und kilometerweit keine Menschenseele. Das Wüstencamp liegt in einem flachen Tal zwischen Dünen und ist daher sehr abgelegen und privat.
Wir werden mit einem traditionellen arabischen Kaffee und Datteln in dem einfachen, aber stimmungsvollen Camp empfangen und beziehen dann unsere Beduinenzelte mit eigenem Bad. Zum gemeinsamen Abendessen erleben wir den sternenklaren Himmel – ein unvergesslicher Anblick. Mit etwas Glück sehen wir die Milchstraße oder den Jupiter!
Das Abendbuffet ist hier reichhaltig und schmackhaft mit traditionellen omanischen Gerichten. Es gibt eine große Auswahl an Salaten, Reis, Currygerichten, von denen einige vegetarisch sind, sowie gegrilltes Fleisch. Das omanische Essen ist der indischen Küche sehr ähnlich.
Transfers: ca. 4 Std.