Ein Familienabenteuer

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Willkommen auf dem Familienreisen-Magazin des Reiseveranstalters For Family Reisen, Ihr Spezialist für Erlebnisreisen mit Kindern weltweit.

AB 12 J.
Botswana Family & Teens - Botswana mit Jugendlichen - Nilpferd

Botswana

Gruppenreise 15 Tage

(4.8 / 5)
Zur Reise

Meine Botswana Reise mit Jugendlichen

Ein Reisetagebuch über Botswana Family & Teens

Die Autorin

Mein Name ist Monika Lehmann-Etzelmüller. Schon als Kind habe ich von einer Reise nach Afrika geträumt. Ich habe in der Grundschule ein Buch gelesen, in dem Kinder in Botswana Abenteuer erleben. Seitdem stand für mich fest: ich möchte einmal nach Botswana reisen!

Wir haben uns lange auf diese Reise vorbereitet. Auf das Angebot von For Family Reisen sind wir gestoßen, weil wir eine Reise unternehmen wollten, die auch die besonderen Interessen von schon etwas größeren Kindern im Blick hat. Auch dass wir als kleine Gruppe (wir waren zehn) und  von einem Guide begleitet unterwegs waren, hat uns sehr angesprochen. Wir haben uns sehr gut aufgehoben gefühlt. Wir haben nicht nur grandiose Landschaften und viele Tiere gesehen, sondern hatten auch Begegnungen mit Menschen, die uns etwas von ihrem Alltag gezeigt und von ihrem Land erzählt haben. Die Reise liegt nun schon ein paar Monate zurück. Aber es vergeht kein Tag, an dem wir nicht an unsere Reise denken und einer seufzt: "Ich will wieder nach Afrika!"

Erfahrungen Botswana mit Kindern - Reisebericht einer Familie

Unsere Familienreise nach Botswana

Tag 1: Start unseres Familienabenteuers!

Erfahrungen Botswana mit Kindern - Reisetagebuch Tag 1

Heute ist Reisetag! Über Nacht sind wir von Frankfurt nach Johannesburg geflogen. Für unsere Kinder Anselm und Ann-Sophie ist es der erste richtig lange Flug. Der große Airbus liegt ganz ruhig in der Luft. Wir schauen Filme und schlafen mehr oder weniger gut, während das Flugzeug uns über den afrikanischen Kontinent trägt. Manchmal können wir tief unten Lichter sehen, aber oft ist es auch stockdunkel. Die Sonne sehen wir über Afrika aufgehen.

Schon vor 8 Uhr morgens sind wir in Johannesburg und steigen in die Maschine nach Victoria Falls um. Auch dieser Flug ist ruhig, das Wetter sonnig und schön, aber bei weitem nicht so heiß wie zu Hause, als wir in Simbabwe ankommen. Der Flughafen ist neu und ansprechend. Vor dem Gebäude wartet Reiseleiter Joe auf uns, der uns in den nächsten Tagen begleiten wird, und eine Gruppe von Musikern, die Anselm und Ann-Sophie gleich in ihre Mitte nehmen.

Durch fremde Vegetation führt der Weg zum Hotel, Schilder warnen vor querenden Elefanten und Antilopen. Bäume, deren Namen wir nicht kennen, säumen den Weg, in deren Zweigen unbekannte Vögel sitzen. Das Hotel ist wirklich schön, flache Bauten in einer parkähnlichen Anlage, ein Swimmingpool, viele historische Aufnahmen von den Wasserfällen und dem Leben hier, offenbar aus der Kolonialzeit. Um 15 Uhr kommt unsere kleine Reisegruppe der Botswana Reise mit Jugendlichen das erste Mal offiziell zusammen, um das Programm zu besprechen. Danach schauen wir uns in einem Supermarkt um, wir sind dort fast die einzigen Weißen. Für den Abend wollen wir zu „Mama Africa“ und dort essen. Ich schreibe diesen ersten Eintrag am Pool, die Luft schmeckt anders, die Sterne sind anders, es ist gut!

AB 12 J.
Botswana Family & Teens - Botswana mit Jugendlichen - Nilpferd

Botswana Family & Teens

Die besten Safarigebiete Afrikas
  • Im Einbaum durch das Delta
  • Tolle Safaris und Buschwanderungen
  • Begegnungen mit Einheimischen

Gruppenreise 15 Tage

(4.8 / 5)

AB 3.499 €

ab 3.399 €

Zur Reise

Tag 2: Das Rauschen der Viktoriafälle

Erfahrungen Botswana mit Kindern - Reisetagebuch Viktoria Fälle

Diesen Tag verbringen wir an den Viktoriafällen: Das Wetter ist wieder wunderbar, es ist am Morgen kühl und dann um die 25 Grad warm. Zu Hause ist es jetzt unerträglich heiß! Nach einem guten Frühstück im Hotel brechen wir zu den Wasserfällen auf. Schon auf dem Weg dorthin treffen wir direkt am Straßenrand auf zwei Elefantendamen mit einem Halbwüchsigen und einem Mini. Wir können es kaum glauben, denn wir sind ja noch nicht einmal im Nationalpark. Und so geht der Tag weiter: wir sehen Paviane und Meerkatzen, Buschantilopen, Perlhühner und Warzenschweine.

Die Wasserfälle sind atemberaubend. Immer wieder stehen wir staunend vor der großartigen Kulisse. Wir wandern zu verschiedenen Aussichtspunkten, geführt von einem Kollegen von Joe, der uns alles sehr gut erklärt und eine Engelsgeduld mit uns hat, weil es jedes Mal dauert, bis wir uns wieder von dem Anblick vor uns losreißen können. Auf dem Weg durch den Regenwald, der durch die Gischt an den Fällen entstanden ist, kommen wir nur wenige Meter entfernt an vielen Pavianen und Meerkatzen vorbei. Als unser Guide merkt, dass ich mich auch für die Bäume und Pflanzen interessiere, weist er uns immer wieder auf Besonderheiten hin. Wir erwandern die Fälle aber nicht nur, wie überfliegen sie auch mit einem Helikopter. Es ist grandios.

Im Hotel trauen Anselm und ich uns in den recht kühlen Pool. Als wir abends ins Bett gehen nehmen wir das wuchtige Rauschen der Wasserfälle mit in den Schlaf.

Tag 3: Der Sternenhimmel im Busch

Heute führt uns die Reise Botswana Family & Teens weiter in die Wildnis hinein. Unser Ziel ist eine Lodge am Rande des Hwange-Nationalparks. Die Fahrt dauert etwa 3 Stunden. Auf dem Weg machen wir Halt bei einer Schutzstation für afrikanische Wildhunde, die verletzte, vereinzelte oder verwaiste Hunde aufnimmt und sie nach einer Zeit der Rekreation wieder auswildert. Leider bekommen wir keine Wildhunde zu Gesicht, da gerade ein Muttertier mit ihrem Wurf aufgenommen wurde und ungestört bleiben muss, aber einen Einblick in die Arbeit der Organisation. Der Busch ist hier sehr dicht, wir sehen nur wenig Tiere.

Unsere Lodge liegt mitten im Busch und ist ein ganz besonderer Ort. Sie liegt auf einer Anhöhe direkt über einem Wasserloch und von den Terrassen aus kann man zuschauen, wie die Tiere zum Trinken kommen. Wir sehen Zebras, Warzenschweine und Antilopen. Wenige Rundhäuser liegen verstreut auf dem Gelände, gekocht wird mit Feuer. Der Empfang ist herzlich, das Essen köstlich. Wir fühlen uns sofort wohl.

Nachmittags sind wir noch einmal lange unterwegs, um ein Dorf zu besuchen und lernen Frauenprojekte kennen. Ich erstehe eine aus alten Magazinen kunstvoll zu Perlen verarbeitete Kette und einen Morgenmantel aus schönem afrikanischen Stoff. Ann-Sophie verschenkt Stifte und Luftballons an die Kinder, was uns sofort Sympathien bringt. Überhaupt sind die Menschen unglaublich freundlich. Wir machen Fotos und werden herzlich verabschiedet.

Abends gibt es in der Lodge wieder ein köstliches Essen und wir sitzen am Lagerfeuer. Der Sternenhimmel ist atemberaubend, wie im Planetarium, und wir können die Milchstraße nachzeichnen. Ab und an rieselt eine Sternschnuppe herunter. Es ist stockdunkel und ein freundlicher alter Herr führt uns mir der Taschenlampe zu unseren Hütten. Zuvor bekommen wir „bushbabies“, Wärmflaschen, die wir sehr gern entgegennehmen, denn die Nacht im Busch ist sehr kalt.

Tag 4: Ein tierisches Vergnügen

Erfahrungen Botswana mit Kindern - Reisetagebuch Safaris

Reiseleiter Joe kennt kein Erbarmen, denn in aller Herrgottsfrühe brechen wir zu einer ganztägigen Safari auf. Der Vormittag zieht sich in die Länge, wir sehen wenig Tiere. Dann nimmt der Tag Fahrt auf: Wir sehen Hippos und Krokos an einem Wasserloch und beobachten lange Elefanten, die auch Kleine dabei haben und vor uns die Straße queren. Der Höhepunkt sind zwei Löwinnen mit ihren Jungen. Sie haben ein Kudu gerissen und schlafen nun im Schatten von Bäumen direkt neben der Straße und wir können sie aus wenigen Meter Entfernung bestaunen. Die Löwenbabies purzeln durcheinander und direkt in unser Herz. Wir sind geradezu ergriffen, weil es so schön, so nah, so wild ist. Lange können wir uns nicht losreißen. Der Fahrer fragt, ob er weiterfahren soll, wir antworten „Never!“. Sogar Joe hat Löwen selten so nah und so lange ansehen können.Wir sehen noch viel mehr, unsere ersten Giraffen, Buschböcke, Adler, Tokos in allen Farben, Zebras und immer wieder Elefanten.

Spät am Nachmittag kommen wir in die Lodge zurück und freuen uns über eine heiße Dusche, das Wasser wird vor der Hütte mit Feuer erwärmt. Als Ann-Sophie und ich zum Abendessen abgeholt werden (im Dunkeln soll niemand den Weg ohne Begleiter gehen, so kurz er auch ist), hören wir, wie sich nah bei uns ein Tier durch das Gestrüpp entfernt. Wieder ist das Abendessen köstlich und wir trinken Sambesibier. Um neun Uhr liegen wir schon todmüde im Bett, wunderbar gewärmt von den Bushbabies und unter den Moskitonetzen sehr geborgen.

Tag 5: Von Zimbabwe nach Botswana

Erfahrungen Botswana mit Kindern - Reisetagebuch Tag 5

In der Nacht hören wir immer wieder Gebrüll. Sollten das etwa....? Ja, es sind Löwen, sagt der Lodgebesitzer, als Ann-Sophie und ich zum Frühstück kommen. Wir sehen uns etwas bang an: das Tier gestern so nah bei uns im Dunkeln, war das etwa auch...? Wir wissen es nicht. Der Abschied von der Lodge fällt uns allen schwer. Als wir die Tür hinter uns zumachen, sagen Ann-Sophie und ich, wie wir es oft machen, wenn wir uns wohl gefühlt haben, in den nun wieder leeren Raum hinein: Danke, dass wir hier sein durften.

Aber nun geht es nach Botswana. Da will ich schließlich hin! An der Grenze dauert es zum Glück nicht lange. Dass Botswana ein ganz anderes Land ist, merken wir schon an den Grenzstationen. Hier sehen wir wesentlich mehr offenbar wohlsituierte Menschen. Die kluge Politik Ende der 60er Jahre hat dafür gesorgt, dass der Reichtum des Landes, Diamanten und Viehzucht, im Land bleibt und der Bevölkerung zugute kommt. Nur auf einem schmalen Streifen ist Ackerbau möglich, über 80% des Landes ist vom Kalaharisand bedeckt. Botswana ist eine der stabilsten Demokratien auf dem Kontinent. Die Landschaft verändert sich, wird offener und weiter. Die Menschen wirken stolzer, selbstbewusster und freier.

Die Lodge, die wir am Nachmittag erreichen, ist etwas ganz anderes als die Sable Sands Lodge zuvor: direkt am Chobe, sehr viel größer, mit Häusern, Rundhütten und einem Zeltplatz. In dem parkähnlichen Anwesen sichten wir Bergböcke, Mungos, Meerkatzen, Paviane und Warzenschweine und am zweiten Tag auch eine giftiggrüne Kobra, die genauso giftig ist, wie sie aussieht. Ich schaue jetzt etwas genauer hin, wo ich meine Füße hinsetze. Und die Terrassentür halten wir geschlossen, denn wir wollen lieber nicht einen Pavian in unserem Koffer sitzen haben. Und es gibt WLAN! Wir ziehen alle unsere Handys hervor. Wir sind richtig froh, dass am Nachmittag nichts mehr ist - und in Botswana gibt es funktionierende Bankautomaten. In Simbabwe kann man nur noch mit eingeführten Dollars bezahlen. Hier in der Safari Lodge gibt es Buffet und ich scanne das reichhaltige Angebot nach den köstlichen afrikanischen Eintöpfen, die würzig und scharf sind. Krokodil gibt es auch.

Tag 6: Riesige Elefanten- und Büffelherden

Erfahrungen Botswana mit Kindern - Reisetagebuch Tag 6

Heute heißt es wieder früh aufstehen; um 6 Uhr beginnt unsere Morgensafari und Frühstück gibt es erst hinterher. Früher dachte ich, Urlaub sei zum lange schlafen da, in diesen Ferien ist das definitiv anders. Aber die Mühe wird belohnt, auch diesmal sehen wir viele, viele Tiere, wieder Löwinnen mit Jungen, viele Adler, Schakale im Vorbeihuschen und Tokos in allen Farben. Wir stellen fest, dass Geier wirklich am liebsten auf Bäumen sitzen, die wie Gerippe aussehen. Inzwischen ist unsere Reisegruppe eine recht eingeschworene Gemeinschaft geworden, die Stimmung ist heiter und entspannt. Die Männer tauschen Fototipps, eine Reisegefährtin ist auch Theologin und hat dann einen anderen Weg eingeschlagen, Ann-Sophie und ein weiteres Mädchen unserer Gruppe sind ständig am giggeln und würden ohne Zweifel jeden Löwen in die Flucht kichern. Mein Sohn Anselm sitzt manchmal dabei, hält sich aber auch gern zu den Erwachsenen. In einer Gruppe unterwegs zu sein, hat wirklich etwas, stelle ich fest.

Am Nachmittag geht es per Schiff auf den Chobe. Nun wird uns sehr deutlich vor Augen gestellt, warum Botswana für seinen Artenreichtum und die Größe der Tierpopulationen gerühmt wird. Am Ufer und auf den Inseln im Fluß sehen wir riesige Elefanten- und Büffelherden, am Ufer dösen Krokos vor sich hin und wir entdecken einige Hippos. An den Strand kommen Antilopen und Affen, um zu trinken und ein Waran läuft über den Strand. Hoch oben im Baum überblickt ein Seeadler die Szenerie. Wir sehen zahlreiche Eisvögel und ihre Bruthöhlen im Abhang zum Ufer. Drei Stunden vergehen wie im Flug und wir erleben den Sonnenuntergang noch auf dem Boot. Es ist magisch. Schon ein paar Mal haben wir gesagt, dass es besser kaum werden kann und kommen dann doch wieder ins Staunen.

Um eine der Chobeinseln haben Namibia und Botswana lange gestritten. Zum Glück waren die Regierungen dann vernünftig genug, es nicht zur militärischen Eskalation kommen zu lassen, sondern haben den Streit dem UN-Gericht vorgelegt, mit dem Versprechen, den Ausgang zu akzeptieren. Deren Argumentation war dann klug. Im Vergleich verlaufen Grenzen immer dort, wo der Fluss am tiefsten ist und das war auf der namibischen Seite. So kam die Insel nach Botswana.

Abends überrascht das Personal vom Service im Speisesaal einen Mitreisenden unserer kleinen Gruppe mit einem Ständchen und einem Tanz um den Tisch. Er hat heute Geburtstag. Wir haben bei der Kaffeepause beim Morgen Drive schon für ihn gesungen. Beim Dinner gibt Joe bekannt, dass wir morgen um neun aufbrechen. Wir reißen alle erstaunt die Augen auf.  Wir sind es so gewohnt, zwischen 5 und 6 aufstehen zu müssen, dass wir das kaum glauben können.

Tag 7: Die Kalahari

Erfahrungen Botswana mit Kindern - Reisetagebuch Tag 7

Um 9 Uhr geht es dann wirklich los. Wir haben eine lange Fahrt vor uns und sehen am Straßenrand der Schnellstraße Giraffen, Strauße und eine Schlange, die es vor dem heranrasenden LKW nur knapp über die Straße schafft.

Es ist schon weit am Nachmittag, als wir unser Camp am Rande der Kalahari erreichen. Die Landschaft wird immer eintöniger und wir sehen viele der Viehherden, die so typisch für Botswana sind. Hier soll es mehr Rinder als Menschen geben. Immer öfter muss Joe anhalten, um Ziegen und Rinder vorübergehen zu lassen, die über die Schnellstraße (!) ziehen. Es wird heißer, trockener, staubiger.

Im Camp beziehen wir unsere Rundhütten. Hier sind keine Tiere, auch nicht die bisher allgegenwärtigen Affen. Am späten Nachmittag haben wir noch einen Bushwalk, bei dem der Ranger uns allerlei Pflanzen und Orientierungshilfen im Busch zeigt, vor allem aber Bäume - und da vor allem den Baobabbaum, der so charakteristisch für die Gegend ist und viele Hundert Jahre alt werden kann. Beim Abendessen sagt Joe an, dass wir uns morgen früh um Viertel vor sechs an der Rezeption treffen. Die alte Ordnung ist wieder hergestellt. Wir trinken alle noch einen Amarulalikör. Den Baum, aus dessen Früchten der Likör hergestellt wird, haben wir auf dem Bushwalk gesehen. Müde fallen wir auf die Betten. Ich schlafe wie ein bushbaby.

Tag 8: Ein magischer Augenblick

Erfahrungen Botswana mit Kindern - Reisetagebuch Tag 8

Es ist noch dunkel, als wir auf unsere Erdmännchenexpedition gehen. Fast 2 Stunden fahren wir durch den Busch. Eine rotglühende Sonne geht auf. Wir sehen Füchse und Strauße. Rinder und Pferde streifen durch das trockene karge Land. Ab und an sehen wir einfachste Hütten, die die Farmer nutzen, wenn sie nach dem Vieh sehen. Aber wir sehen keinen Menschen. Es hat einen eigenen Reiz, in dieser weiten, so besonderen Landschaft ganz allein unterwegs zu sein.

Schließlich sehen wir einen Mann in der Uniform der Nationalparkranger auf einer Anhöhe stehen. Und entdecken die Erdmännchen! Was sind das für possierliche Tiere! Uns geht das Herz auf. Wir können uns gar nicht satt sehen. Die Erdmännchen finden uns nicht weiter interessant, sondern flitzen und buddeln und wachen unbeeindruckt weiter. Sie sind keinesfalls gezähmt, sondern echt wild, aber an die Gegenwart von Menschen gewohnt, die nicht bedrohlich ist. Sie lassen uns ganz nah heran kommen. Wir können sie aus Armeslänge Entfernung ansehen und fotografieren. Das tun wir ausgiebig. Schließlich schlägt der Ranger vor, wir sollen uns auf die Erde setzen und ruhig sitzen bleiben. Tatsächlich nehmen die Tiere das Angebot an und nutzen uns als Aussichtsturm.

Ein Glücksgefühl durchströmt mich, als einer der kleinen Kerle erst auf meine Beine, dann auf meine Schulter und schließlich auf meinen Kopf klettert. Er hält sich geschickt an meinen Haaren fest. Ich halte den Atem an. Der Augenblick ist magisch. Die Kameras füllen sich mit Fotos von Erdmännchen vor allem auf Kinderköpfen. 

Irgendwann müssen wir uns losreißen. Gestärkt von einem Frühstück setzen wir unseren Weg ganz beglückt von dieser Begegnung fort und versichern uns immer wieder gegenseitig, wie großartig das gewesen ist. Noch ist der Ausflug nicht zuende. Weiter geht es zu den Salzpfannen. Das gelbe Buschgras endet und eine weite Salzwüste tut sich vor uns auf. Unser Guide erklärt: in der Regenzeit entsteht hier ein See. Im Trockenen Boden schlummern die abgelegten Eier von Shrimps und schlüpfen, wenn der Regen kommt. Dann ist der See voller Flamingos, die Shrimps zum Fressen gern haben. Heute, wo es so still und leer und leblos ist, ist dieses Wunder kaum vorstellbar. Wir machen Fotos voneinander, die uns in unserer Einsamkeit vor dieser weiten Leere zeigen. Aber unser Guide legt sich auch der Länge nach auf die Erde, um die Youngsters zu fotografieren, wie sie auf der Kruste hoch in die Luft springen. Er lässt uns von der Salzkruste über der Erde kosten. Robert legt eine Karte auf dem Boden aus uns zeigt uns, wo wir sind und wie groß die Kalahari mit ihrem Wüstensand und den Salzpfannen ist. Wie unendlich groß. Am Ende dankt er uns sehr ernst, dass wir die weite Reise in sein Land unternommen haben und bittet uns, Botschafter für Afrika zu sein und anderen zu erzählen, dass sein Kontinent auch ein Ort voller Schönheit und Frieden ist. Wir nicken ernst. Dann beginnen wir die Rückfahrt. Im Camp wartet schon Reiseleiter Joe und will los. Wir bekommen unsere Lunchpakete und machen uns auf den Weg nach Maun.

Wir fragen Joe, welche Reiseroute er im südlichen Afrika besonders schön findet. Er empfiehlt uns, von Kapstadt aus durch Namibia zu reisen. Tiere, Wüste, Ozean. Am Flimmern in der Herzgegend merke ich, dass ein neues Reiseprojekt in meine Gedanken einzieht. Eine Mitreisende sagt zu mir, wir sollten doch wieder zusammen verreisen, weil es so entspannt und schön ist.

In Maun müssen wir uns erst wieder an den Verkehr und die Geräusche der Stadt gewöhnen. Es ist zum Staunen, wie schnell man in einem anderen Film ist.

Tag 9: Kalaharispargel im Okavangodelta

Erfahrungen Botswana mit Kindern - Reisetagebuch Tag 9

Früh um 5 geht der Feuermelder los, direkt vor der Tür, hinter der Anselm und ich in dieser Nacht schlafen, und reißt uns aus dem Schlaf. Ein Fehlalarm. Noch einmal einschlafen lohnt sich nicht wirklich, denn um Viertel vor 6 klingelt ohnehin der Wecker. Anselm und ich gehören zu der Gruppe, die den ersten Rundflug über dem Okavangodelta hat.

Tatsächlich stehen wir um sieben auf dem Rollfeld und steigen in den Miniflieger von Air Delta. Die Sonne lugt gerade erst wie eine Blutorange über den Horizont. Wir überfliegen Maun. Von hier oben zeigen sich die Unterschiede im Wohlstand besonders deutlich. Wir sehen die dürftigen kleinen Hütten, Hausschachteln, die klein, aber solide gebaut sind und größere Anwesen mit Nebengebäuden um einen sorgsam gefegten Hof mit blühenden Büschen. Nah an den Behausungen sind Rinder, Ziegen und Esel unterwegs. Dann wird die Landschaft menschenleer, wir fliegen in das Delta mit den vielen Wasseradern hinein. In der Kabine breitet sich andächtige Stille aus. Die Landschaft unter uns ist grandios. Wir sehen ein einzelnes Hippo über eine Insel zwischen zwei Wasserarmen gehen, Herden von Zebras und Antilopen, die im Wasser stehen, Büffel, Elefanten und Affen, Antilopen und Buschböcke. Wie im Flug geht die Stunde vorbei. Nach dem Frühstück klettern wir wieder in unseren Safaribus und machen uns erneut auf den Weg ins Delta, on the Road again.

Am Nachmittag kommen wir im Guma-Camp am Okavonga an. Das Camp liegt an einer Lagune. Ann-Sophie und ich beziehen ein Haus auf Stelzen mit einem wunderbaren Blick über das Ufer mit Papyrus und Binsen, mein Mann Gregor und unser Sohn Anselm sind zwei Hütten weiter. Nach der Dürre in der Kalahari ist das üppige Grün so wohltuend. Ein Seeschreiadler wohnt im Baum neben unserer Hütte und Eisvögel flitzen hin und her und stoßen hinunter ins Wasser. Otter tauchen in unmittelbarer Nähe vor uns am Ufer. Affen turnen auf dem Dach herum und in dem benachbarten Adlerbaum. Die Affen rasen durch den Wald bekommt eine ganz neue Bedeutung. Es ist ein wunderschöner, wilder Ort. Nach dem Abendessen sitzen wir am Lagerfeuer und über uns im Ast sitzt eine Eule, die dort offenbar jeden Abend sitzt. Noch nie habe ich eine Eule von so nah gesehen. Nachts ist die Wildnis besonders gegenwärtig, um uns herum sind ihre Geräusche: Zirpen und Quaken, Schreie, Grunzen und Vogelstimmen, das Glucksen des Wassers, Knacken und Rauschen in den Zweigen.

Beim Abendessen vervollkommnet Gregor seinen Plan, in Botswana in großem Stil Kalaharispargel anzubauen. Es gibt ja so viel Sand! Und zu Weihnachten könnte man ernten. Jetzt verlagert er seine landwirtschaftlichen Ambitionen ins Okavongadelta, denn hier gibt es nicht nur Sandboden, sondern auch jede Menge Wasser! Aber mögen sie hier eigentlich Spargel? Wir sind uns sicher: in zehn Jahren wird es bestimmt Kalaharispargel in Deutschland geben und dann werden die Schwetzinger sich schwarz ärgern und jemand hat ihm die tolle Idee weggeschnappt. Eine Reisegefährtin plant die Erfindung eines langen Strohhalms mit eingebautem Wasserfilter, mit dem man direkt aus dem Fluß trinken kann. Wir sehen immer wieder, dass die locals direkt aus dem Fluß trinken. Unsere Tropenmedizinerin in der Heimat würde der Schlag treffen, wenn sie das sähe! Dabei ist das Wasser wirklich so klar und sauber und verlockend und man möchte am liebsten kopfüber hineinspringen. 

Tag 10: Entschleunigung im Delta

Erfahrungen Botswana mit Kindern - Reisetagebuch Tag 10

Früh geht es hinaus auf den Okavango. Mit dem Schnellboot fahren wir zu einer der kleinen Inseln im Delta und steigen dort auf Mokoros um, das sind Einbaumboote, die aus einem bestimmten Baum in monatelanger mühsamer Handarbeit gebaut werden. "You Need Time and Passion", erläutert der Guide. Joe hat uns versichert, dass wir bestimmt Krokodile sehen, aber als wir in dem Mokoro nur knapp über dem Wasserspiegel sitzen, habe ich es nicht so eilig damit. Wir fahren durch enge Wasserstraßen, die von durchziehenden Elefanten gespurt wurden, umgeben von Seerosen, das undurchdringliche Dickicht der Papyrusstauden neben uns. Wir sehen viele Vögel, für die das Delta ein Paradies ist. Das ist Entschleunigung, murmelt eine Mutter, als ihr Mokoro an Ann-Sophies und meinem vorbeizieht. Sie hat so recht, die Ruhe der Bewegungen der Locals mit den langen Stöcken, die Stille auf dem Wasser, die Größe der Landschaft lässt auch uns ganz ruhig werden.

Wir sehen von den Mokoros aus kein Krokodil, erst auf dem Rückweg, als wir wieder im Schnellboot sind, ein kleines, das sich auf einem Ast sonnt und deutlich mehr Angst vor uns hat, als wir vor ihm. Wir begegnen einem Elefanten, der ein Bad nimmt und sich seinen Weg durch den Papyrusgürtel bahnt. Unsere Begleiter umfahren ihn in respektvollem Abstand. Als wir zurück kommen, hat die Hitze auf dem Wasser uns müde gemacht und wir freuen uns auf einen freien Nachmittag. Wir sitzen auf der Terrasse vor unserer Hütte und wir schauen den ganzen Nachmittag auf die Lagune und beobachten die Tiere.

Tag 11: Der Caprivizipfel

Erfahrungen Botswana mit Kindern - Reisetagebuch Tag 11

Heute haben wir eine lange Fahrt vor uns, die uns durch den Caprivizipfel führt. Wir brechen um 7.15 Uhr auf. Ein Teil unseres Weges führt gleich nach der namibischen Grenze durch den Nationalpark und wir sehen Giraffen, Gnus und Krokodile, Säbelantilopen, Elefanten und Kudus. So bekommt auch dieser Reisetag noch etwas Glanz. Die Straße geht dann kerzengerade durch den Busch. Einmal sehen wir Elefanten durch das Gestrüpp walzen. Ab und an stoppt Joe „for a bushtoilet“, was uns auch wesentlich lieber ist als die Toiletten, die man sonst so am Wegesrand findet. Unsere Lunchpakete essen wir unter einem Baum direkt neben der Straße.

Es ist schon dunkel, als wir von der Schnellstraße auf die Sandpiste abbiegen, die zum Sambesi und unserer Lodge führt. Im Dunkeln tauchen immer wieder Hütten auf und wir sehen locals, die am Feuer ihr Abendessen zubereiten. Am Camp steigen wir auf Schnellboote um, die uns durch das sternenglänzende Dunkel zu unseren Lodges bringen. Wir sehen uns bewundernd um. So luxuriös waren wir noch nicht untergebracht. Der Gegensatz zu den Hütten, an denen wir den ganzen Tag vorbei gefahren sind, ist brutal. Trotzdem kann ich den Luxus durchaus genießen und freue mich auf eine heiße Dusche.

Zum Abendessen gibt es Springbock und Lemontarte und wir trinken Rotwein aus Stellenbosch dazu. Es ist schon nach 23 Uhr, als wir endlich ins Bett kommen und die Moskitonetze um uns ziehen.

Die letzten Tage in Botswana

Bei Tageslicht sehen wir erst das Ausmaß von Schönheit der Halbinsel, auf der die Lodge liegt. Vor unserem Fenster fließt der Sambesi breit und stolz und wir schauen hinüber nach Sambia. Vögel flitzen hin und her. Das Frühstück wird auf der überdachten Terrasse serviert. Auch hier ist es very british mit Würstchen und Omelettes, Bacon und Rührei. Ich freue mich über köstlichen Obstsalat. „Schau mal, Anselm, hier gibt es sogar Nutella!“ - Anselm wird gleich mehrmals auf das Angebot seines Grundnahrungsmittels hingewiesen, aber als echter Nutellagourmet genießt er dieses nur in Zimmertemperatur, so wird das Glas aus dem Kühlschrank verschmäht und es bleibt bei der Marmelade.

Um 8.30 Uhr klettern wir schon wieder auf die Schnellboote, wenn auch mit wehmütigen Blicken auf den einladenden und großen Pool. Für den blieb keine Zeit. Auf dem Weg begleiten uns Dutzende von Eisvögeln. In den senkrecht abfallenden Sandwänden, die das Ufer säumen, finden sie ideale Bedingungen für ihre Bruthöhlen. Ich denke daran, wie froh es mich gemacht hat, als ich beim Paddeln mit den Konfiteamern auf dem Neckar einmal einen Eisvogel gesehen habe. Und hier sind so viele! Das ist so schön! Auch Komorane sind in großer Zahl vertreten und lassen mich an den Artgenossen denken, den ich häufig in der Weschnitz ausmache, wenn ich morgens ins Dekanat fahre.

Jetzt sind wir wieder unterwegs weiter auf dem Rückweg nach Victoria Falls. Wir werden heute zwei Grenzen überqueren. Anselm sitzt neben mir und liest Herr der Ringe. Dörfer ziehen vorbei, Esel streifen durch den Busch, Frauen tragen Wasserkanister und andere Lasten auf ihren Köpfen nach Hause. Ich bewundere ihre farbenfrohen Röcke und Kleider. Ich lerne eine Menge Demut bei diesen Fahrten und Hochachtung angesichts der Menschen, die ich draußen sehe und die ganz schön stark sind.

An der Botswanischen Grenze müssen wir anstehen, um unseren Stempel zu bekommen. Unsere Reisepässe werden immer bunter. Die Youngsters klettern in einen ausgehöhlten Baobabtree und von der Anhöhe können wir die Tiere im Bett des Chobe sehen. Im Zollamt betrachte ich mit leichtem Amüsement das Porträt des Präsidenten. In allen Ländern, in denen wir waren, hängen in den Amtsstuben die Präsidenten mit ernsten Gesichtern und der Landesflagge im Hintergrund. Das wäre doch eine Idee, jedes Pfarramt des Dekanats mit meinem Porträt in XXL-Format auszustatten mit der badischen Flagge im Hintergrund. Über diesen lauen Witz prusten wir alle los. An der Grenze von Simbabwe gibt es weniger zu lachen. Der Ort ist eine einzige Müllhalde, die Schlange riesig. Dank Joe kommen wir schneller durch, da wir ja schon Visa haben und die umständliche Prozedur nicht noch einmal machen müssen.

Wir sind froh weg zu kommen, doch gleich hinter der Grenze wartet die nächste Herausforderung: wir müssen uns von einer anderen Familie verabschieden, die hier für ihre Anschlusstage in einer Lodge am Sambesi abgeholt werden. Das fällt uns richtig schwer. Es war schön, miteinander unterwegs zu sein. Wir wollen uns unbedingt Wiedersehen. Die Youngsters haben schon einige Pläne geschmiedet von einem gemeinsamen Wochenende im Europapark und ähnlichen Aktionen. Und Joe sagt verheißungsvoll, er wolle schon immer mal nach Deutschland reisen. Safari im Odenwald. Das wird lustig.

Am späten Nachmittag checken wir wieder im Cresta Sprayview Hotel ein. Es fühlt sich an wie ein Zeitriss, jetzt wieder an dem Ort zu sein, an dem unsere Reise begann. Abends führt Joe uns ins Boma-Restaurant aus, das man als Besucher an den VicFalls gesehen haben muss. Boma ist hier Kulturgut und bedeutet Essen, Trommeln und Tanzen am Lagerfeuer. Ann-Sophie findet den Ort sofort schrecklich, als sie das Impala auf dem Rost sieht. Wir bekommen eine Menge african food, sehen Tänze der Zulukrieger und bekommen eine Unterweisung im Trommeln. Als Joe nach draußen geht, um zu telefonieren, ruft er uns zu sich und zeigt uns eine Schlange. Eine schwarze Mamba. Schwer giftig. Die Kellnerin fällt fast in Ohnmacht. Gregor erzählt, dass Bob Wilmot, der Zeit seines Lebens nichts anderes zu tun hatte, als Tiere sinnlos abzuknallen, am Ende durch den Biss einer schwarzen Mamba starb.

Als wir einschlafen, hören wir wieder das ewige Rauschen der Wasserfälle.

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