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Claudia Böttcher von fernweh-mit-kids erzählt von ihren Reisen mit Kindern

"Es ist immer wieder spannend, die Welt aus ihrem Blickwinkel zu betrachten"

Heute beantwortet in unserer Blogger-Reihe Claudia von fernweh-mit-kids.de unsere Fragen. Sie liebt das Reisen und zeigt auch ihren Kindern die Welt. Nach jeder Reise kann sie an ihren Kindern beobachten, dass "sie ein Stück selbstbewusster und offener geworden" sind.

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Willkommen auf dem Familienreisen-Magazin des Reiseveranstalters For Family Reisen, Ihr Spezialist für Erlebnisreisen mit Kindern weltweit.

Zu Beginn kannst du euch kurz vorstellen. Wer seid ihr und was macht ihr gerne?

Fernreisen mit Kindern - Familie Böttcher


Wir, Claudia (37), Sven (41), Jolina (7) und Tristan (gerade 5 geworden), sind eine extrem reisebegeisterte Familie, die eigentlich am liebsten ständig unterwegs wäre. Da die Große aber mittlerweile zur Schule geht und die Reisen ja auch finanziert werden wollen, sind wir dann doch öfters in München anzutreffen. Ich arbeite als freie Redakteurin und Autorin im Bereich Corporate Publishing (www.sinnkriterium.de) und schreibe über unsere Reisen in meinem Reiseblog Fernweh mit Kids (http://fernweh-mit-kids.de).

Du bist schon vor der Familiengründung viel gereist. Was macht die gemeinsamen Reisen mit deinen Kindern so besonders?

Fernreisen mit Kindern - Tristan und Jolina

Seit wir mit Kindern reisen, sehen wir vieles mit ganz anderen Augen. Zum einen hat sich das Tempo verändert. Man bleibt doch mal länger an einem Ort und lernt ihn dadurch auch viel besser kennen. Außerdem haben die Kinder ihre ganz eigene Sichtweise auf die Dinge, die sie sehen. Es ist immer wieder spannend, die Welt aus ihrem Blickwinkel zu betrachten. Unglaublich interessant ist auch immer die Veränderung und Entwicklung, die die Kids während so einer Reise machen. Jedes Mal wenn wir wiederkommen, sind sie ein Stück selbstbewusster und offener geworden. Das finde ich unglaublich wertvoll.

Gibt es Reisen / Reiseziele, die du keinesfalls mit Kind unternehmen möchtest oder genau anders Reisen und Ziele, die du dir ohne Kind nicht vorstellen kannst?

Grundsätzlich reise ich zwar aus beruflichen Gründen auch alleine, am liebsten habe ich die Kinder aber dabei. Immer wenn ich etwas besonders schönes sehe, oder etwas, von dem ich weiß, dass es sie begeistern würde, finde ich es schade, wenn ich diesen besonderen Moment nicht teilen kann. Reiseziele, die ich speziell mit den Kids nicht ansteuern würde gibt es eigentlich nicht. Ich reise grundsätzlich nicht in Krisengebiete oder in Regionen, in denen es unkalkulierbare, gesundheitliche Risiken gibt. Das gilt aber mit wie ohne Kinder. Wobei letzterer Punkt sicher von Mensch zu Mensch verschieden eingeschätzt wird. Ansonsten würde mir aber kein Kontinent einfallen, den ich nicht auch mit den Kids bereisen würde.

Was sind die größten Unterschiede in der Reiseplanung im Vergleich zu früher?

Wir planen sicherlich mehr voraus. Ist man früher einfach mal losgefahren, ohne genaue Vorstellungen von der Route oder den Unterkünften zu haben, schaue ich da jetzt schon genauer hin. Ich habe wenig Lust, mit den Kids plötzlich auf einer ausgebuchten Insel zu stehen und in irgendeinem runtergekommenen Hostel übernachten zu müssen. Auch bei der Auswahl der Unterkunft achte ich darauf, dass die Kids nach einem langen Reisetag einfach mal abschalten können. Gerade bei Fernreisen. Wenn sie 8 Stunden lang im Bus quer durch ein Land unterwegs waren dann brauchen sie hinterher einfach ein bisschen Auslauf. Also sollte nach Möglichkeit ein Garten, ein Pool, das Meer oder etwas Ähnliches vorhanden sein.

Was ist während der Reise anders, worauf achtet ihr mit den Kindern besonders?

Fernreisen mit Kindern - Abenteurer

Für mich ist Sicherheit ein wichtiger Punkt. Manche Sachen, die ich alleine vielleicht machen würde, lasse ich mit den Kids lieber bleiben. Wobei Sicherheit bei Fernreisen natürlich ein relativer Punkt ist. Oft gibt es keine Anschnallgurte, von Kindersitzen schon gar nicht zu reden. Ich erinnere mich da an ein Erlebnis vor 2 Jahren auf Sri Lanka, als mein Sohn noch nicht schwimmen konnte. An einer Fischfarm mitten im Ozean stiegen wir aus dem Boot. Ich hatte meine liebe Mühe, mich selbst auf den schwankenden und schmalen Latten, die auf schwimmende Ölfässer montiert waren, zu halten. Unser Sohn wollte unbedingt auch aus dem Boot raus und gucken. Also hat der Guide ihn sich kurzerhand geschnappt und ist mit ihm auf dem Arm auf den wackeligen Brettern rumbalanciert. Da muss man sich als Mutter schon mal zum Loslassen zwingen. Andererseits merke ich auch immer, dass das uns allen gut tut.

Was darf bei einer Reise mit Kindern auf keinen Fall im Gepäck fehlen?

Ganz ehrlich? Das sind bei uns die diversen iGeräte. Einen Langstreckenflug ohne Tablet kann ich mir schon gar nicht mehr vorstellen. Vor der Reise wird das Gerät mit neuen Spielen und Filmen bepackt und auf die Weise geht die Flugzeit eigentlich immer sehr leicht rum. Ansonsten, ganz banal, eine gute Reiseapotheke. In vielen Ecken der Welt ist es gar nicht so einfach, mal eben schnell an ein Antibiotikum für Kinder zu kommen. Daher habe ich hier immer die volle Ausstattung, inkl. Einwegspritzen und Kanülen, dabei.

Deine große Reiseliebe ist Südostasien, insbesondere Indien. Was fasziniert dich dort besonders?

Fernreisen mit Kindern - Einheimische Kinder

Indien ist einfach ein sensationelles und sehr intensives Land. Ich liebe diese unglaubliche Vielfalt an Farben, Gerüchen, Eindrücken und Kulturen und die Wucht, mit dem das Land nach einem greift, kaum dass man den Flughafen verlassen hat. Auch habe ich die Menschen dort immer als ausgesprochen freundlich, herzlich und offen erlebt. In Südostasien ist es vor allem die Kultur und Landschaft, die mich fasziniert. Leuchtend grüne Regenwälder, strahlend weiße Sandstrände, türkisblaues Meer, bunte Märkte, jahrhundertealte Tempel und Traditionen, die brodelnden Großstädte, davon kann ich gar nicht genug bekommen. Außerdem sind die Menschen dort ausgesprochen kinderfreundlich.

In Mumbai habt ihr eine Stadtbesichtigung außerhalb der touristischen Pfade mit den Kindern unternommen. Mutig, oder?

Fernreisen mit Kindern - Einheimische Kinder

Wirklich? Ich fand das gar nicht so mutig. Jedenfalls hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, mich oder die Kids einem Risiko auszusetzen. Wir waren teilweise auch mit einem Guide unterwegs, den ich über eine lokale NGO kennengelernt hatte. Dadurch konnten wir natürlich Dinge und Orte entdecken, die man bei einer Rundfahrt mit einem der obligatorischen Doppeldeckerbusse nicht sieht. Das war auch für die Kinder unglaublich faszinierend. Ich werde jedenfalls niemals ihre staunenden Augen vergessen, als wir plötzlich als einzige Besucher in den Menschenmassen einer hinduistischen Tempelzeremonie standen.

Welches eurer Reiseerlebnisse war besonders lustig/seltsam/beeindruckend?

Gerade sind wir aus Panama zurückgekehrt. Wir waren dort über die Osterfeiertage und hatten den Kids eigentlich schon erklärt, dass Ostern dieses Jahr ausfallen würde. Und dann sind wir in einem B&B gelandet, dass von einer Europäerin geleitet wird, die dort mit ihrer 6-jährigen Enkeltochter lebt. So kam es, dass unsere Kinder mitten in Panama mit den Schulfreunden des Mädchens Eier färbten und Osterplätzchen backten, die dann am Sonntag beim klassischen Osterbrunch verspeist wurden.
Besonders beeindruckt haben mich die Fragen meiner Großen vor zwei Jahren in Mumbai. Sie sah dort das erste Mal in ihrem Leben bewusst Kinder, die, mit nicht mal einer Pappe unter sich, auf der Straße lebten. Das hat sie lange beschäftig und ihre Gedanken dazu waren sehr eindringlich.

Welche Reise habt ihr als nächstes geplant und warum?

Die nächste, große Fernreise wird auf jeden Fall wieder Richtung Asien gehen. Wohin genau, ist noch nicht entschieden. Meine Wunschliste ist lang und reicht von Bangladesh bis Vietnam. Ich möchte aber unbedingt nach Myanmar, die Backwaters von Kerala reizen mich sehr und Kambodscha steht ebenfalls ganz oben auf der Liste. Warum gerade diese Länder/Regionen? Myanmar fasziniert mich einfach. Immer wenn ich Bilder aus dem Land sehe weiß ich, dass ich dahin muss. Und zwar möglichst bald, so lange sich Myanmar nach der Öffnung der letzten Jahre noch seine Ursprünglichkeit bewahrt hat. Südindien ist ein super Kompromiss wenn man mit Kindern reist. Es gibt dort auch für die Kids unglaublich viel zu entdecken, die spannende Tierwelt, Hausbootfahrten durch die Backwaters, die farbenprächtigen Tempel von Madurai und traumhafte Strände. Und es geht lange nicht so hektisch und anstrengend wie beispielsweise in Delhi zu. In Kambodscha möchte ich gerne von Siem Reap nach Phnom Penh reisen. Das ist ein Trip, den man auch mit Kindern sehr gut machen kann. Und ich bin mir ganz sicher, dass die Kids die Tempel von Angkor mindestens so faszinierend finden wie ich.

Vielen Dank für das Gespräch, Claudia!

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