Erfahrungsbericht zur Rumänien Reise mit Jugendlichen
Rumänien mit Teenagern – Wildnis, Begegnungen und unvergessliche Naturerlebnisse
Rumänien mit Kindern und Teens entdecken – ein Land voller Überraschungen
Rumänien übt einen besonderen Zauber aus: historische Bauernhöfe, eine authentische Lebensweise und eine Landschaft, die von der Vergangenheit bis in die Gegenwart atmet. Besonders für Familien mit Teenagern, die Abenteuer lieben und neugierig auf echte Natur sind, bietet diese Erlebnisreise spannende Aktivitäten, beeindruckende Wildnis und bleibende Erinnerungen.
Diese Reise hat mich zutiefst begeistert – sie führt in einen nur wenigen bekannten Teil Rumäniens, zu liebevoll restaurierten Farmen, durch dichte Wälder, über weite Wiesen und hinein in eine unvergleichliche Natur, in der wir die Pflanzen- und Tierwelt durch unsere spezialisierten Naturguides entdecken und fernab der Zivilisation in eine atemberaubende Landschaft eintauchen.
Die Anreise nach Rumänien – entspannt nach Sibiu, dem Tor zur Natur
Ich bin mit Wizz Air nonstop von Dortmund nach Sibiu geflogen. Die Airline bietet diese Verbindung während der Sommersaison von mehreren deutschen Flughäfen an – bequem und oft sehr günstig. Diese direkte Flugverbindung ist eine der besten Möglichkeiten, schnell nach Rumänien zu gelangen.
Da dieser Flug nicht über unseren Veranstalter buchbar ist, bucht jede Familie ihn selbst. Alternativ bieten wir gerne Flüge mit der Lufthansa Group nonstop ab München oder Wien sowie passende Umsteigeverbindungen an.
Am Flughafen Sibiu wurde ich – wie auch unsere Gruppen – bereits abgeholt und direkt zu unserer ersten Unterkunft gebracht.
Cobor Biodiversity Farm – willkommen in der rumänischen Idylle
Unsere erste Station war die Cobor Biodiversity Farm – ein zauberhaft renovierter Bauernhof im kleinen Ort Cobor. Die Farm ist stilvoll restauriert, liebevoll geführt und voller tierischer Begegnungen.
Kaum angekommen, traf ich die ersten Bewohner: zutrauliche, hübsche Esel und lebensfreudige, verspielte Hunde, die jeden neuen Gast freudig begrüßten.
Zum Abendessen gab es regionale Kohlrouladen, in einer klassischen Fleischversion und als vegetarische Variante, dazu einen hervorragenden regionalen Biowein. Auf dieser Reise haben wir ausschließlich lokale Produkte genossen, was den kulinarischen Eindruck besonders authentisch machte.
Auf der Farm gibt es zudem einen kleinen Hofladen. Ich konnte nicht widerstehen und nahm zwei Gläser Paprikaaufstrich mit und ohne Aubergine mit, der entfernt an Ajvar erinnert. Dieser Aufstrich wurde schnell zu einem meiner Frühstücksfavoriten in allen Unterkünften. So lecker!
Erste Abenteuer – Pferdekutsche und Kirchenburg
Am nächsten Morgen ging es gleich aktiv los: Eine Kutschfahrt mit dem Pferdewagen führte über das Farmgelände. Besonders beeindruckend waren die majestätischen Transsilvanischen Graurinder mit ihren mächtigen Hörnern. Auch die typischen Hütehunde der Region kreuzten unseren Weg.
Der Weg führte teilweise entlang des neu angelegten Transsilvanien-Fernwanderwegs, dessen Wegsteine von regionalen Künstlern sehr beeindruckend gemeißelt wurden. Unterwegs erzählte uns unser Guide von der Geschichte und Bedeutung dieser Wege.
Anschließend durften wir eine Kirchenburg besuchen. Diese beeindruckenden Wehrkirchen dienten den Dorfbewohnern im Mittelalter als Schutz- und Zufluchtsort.
Zum Mittagessen gab es traditionelle rumänische Würste und einen typischen Polenta-Kartoffelauflauf. Bodenständig, kraftvoll und genau das Richtige nach einer aktiven Vormittagsetappe.
Während unserer Gruppenreise setzen wir das Programm auf der Farm fort: Brotbacken in traditioneller Form und eine Fahrradtour stehen auf dem Plan. Zusätzlich bieten wir optionale Aktivitäten ohne Aufpreis an, wie Hilfe im Farmgarten oder eine Übernachtung im Heu, also echte Erlebnisse für Teenager und Erwachsene im Rumänien Familienurlaub.
Equus Sylvania Pferdefarm – Natur hautnah erleben
Meine Reise führte mich weiter zur Equus Sylvania Pferdefarm – einem ebenfalls neu renovierten Hof mit geräumigen, gemütlichen Zimmern. Die Atmosphäre hier war ländlich und zugleich geschmackvoll-komfortabel.
Ein erstes großes Highlight war eine Wanderung mit einem Naturguide durch den Urwald. Unser Guide erklärte uns die Pflanzenwelt anschaulich und spannend. Mit geübtem Auge entdeckte sie unter anderem einen blauen Käfer und sogar einen Feuersalamander. Da es Herbst war, konnten wir zudem zahlreiche verschiedene Pilzarten bewundern. Ein faszinierender Einblick in die Vielfalt der Natur.
Es folgte eine Bärenbeobachtungstour: Aus einer sicheren Hütte heraus sahen wir zwei Bärenmütter mit jeweils 2 und 3 Jungen. Die Tiere kamen zum Futterplatz, die Jungen spielten miteinander und gaben uns so einen seltenen Einblick in ihr Verhalten, ein unvergessliches Erlebnis.
Das Frühstück auf der Pferdefarm ist mir besonders in Erinnerung geblieben, denn hier gab es einen typischen Auberginen-Aufstrich nach regionalem Rezept. So köstlich, dass er sofort zu meinen Favoriten zählte.
Nach dem Frühstück konnten wir die Ställe besuchen und die Pferde streicheln – ein ruhiger, verbindender Moment abseits aller Hektik.
Während der Rumänien Gruppenreise mit Teenagern werden hier außerdem Reiten und Bogenschießen angeboten, perfekt für Jugendliche, die Action und Naturerlebnis kombinieren möchten.
Wildnisabenteuer – Poiana Tamas Camp
Nun begann der wilde Teil der Reise: Zu Fuß ging es in die Wildnis zum Poiana Tamas Camp. Die Wanderung ist steil, aber gut machbar, da das Tempo bewusst familienfreundlich gewählt wird. Immer wieder hielten wir an, um Spuren und Zeichen der Natur zu entdecken.
Unser Naturguide öffnete uns die Augen für Details: Bärenkratzer an Baumstämmen, Fuchsspuren, Hasenspuren und sogar Spuren von Wisenten. Kurz vor dem Camp nahm unser Guide eine versteckte Wildkamera mit. Am Abend saßen wir gemeinsam am Lagerfeuer und sahen uns die Aufnahmen der letzten Stunden an. Tatsächlich waren Bären und Wisente zu sehen.
Das Camp besteht aus Zelten, die mit Betten ausgestattet sind, sodass man sehr gemütlich schlafen kann. Außerdem gibt es Duschen und kleine Naturtoilettenhäuschen. Es ist mit einem elektrischen Zaun gesichert, sodass wir ganz sicher schlafen können.
4×4-Abenteuer und Floßfahrt zur Comisu Wildnishütte
Nach einem kräftigen Frühstück ging es weiter: Mit einem Pinzgauer – einem österreichischen 4×4-Militärfahrzeug – fuhren wir über eine unbefestigte Straße bergab. Ganz schön ruckelig, aber ein riesiger Spaß!
Unser Gepäck blieb im Fahrzeug und wurde uns am nächsten Tag wieder übergeben. Für diese Etappe benötigen wir nur einen Tagesrucksack mit allem, was man für eine Nacht und den nächsten Morgen braucht. Eine echte Outdoor-Erfahrung.
Anschließend setzten wir unsere Reise auf einem elektrisch betriebenen Floß über den ruhigen Stausee fort. Die Landschaft war beeindruckend: Wälder, Berge, spiegelglattes Wasser und absolute Stille.
Am Ufer entdeckten wir große Bärenspuren. Wir wanderten weiter hinauf zur Comisu Wildnishütte. Unterwegs fanden wir frischen Bärenkot, auf dem ein Eisstiel lag. Aber nein, der Bär hatte kein Eis gegessen! Unser Guide erklärte uns, dass dieser von Rangern zur Markierung verwendet wird, um Proben zu kennzeichnen. So werden unter anderem Nahrung und Bewegungsmuster der Tiere erforscht. Was eine spannende wissenschaftliche Ergänzung der Reise.
Wildnishütte & Wildnisabend
Comisu besteht aus zwei getrennten Hütten – eine für vier, eine für acht Personen. Große Fenster ermöglichen intensive Tierbeobachtungen.
Anfang Oktober fiel überraschend bereits Schnee, der die Landschaft in ein mystisches Weiß tauchte. Obwohl unser Guide meinte, die Chancen auf Tierbeobachtungen seien dadurch geringer, hatten wir Glück: Ein neugieriger Fuchs kam ganz nah an die Hütte, beobachtete uns und zog dann weiter.
Am Abend kochte unser Guide ein köstliches Pilzgulasch und traditionelle Polenta und Käse. Die Nacht ohne Handyempfang, gewärmt vom Kamin und begleitet von den Geschichten unseres Guides, war ein echtes Detox-Erlebnis – genau das, was sich viele Teenager und Eltern manchmal wünschen.
In den Hütten sind Naturtoiletten und Waschbecken vorhanden.
Waldschule & Conservation Carpatia
Am nächsten Morgen besuchten wir ein Projekt der Foundation Conservation Carpatia, die sich dem Schutz und der Wiederherstellung des Ökosystems der Karpaten widmet. Sie erwirbt und verwaltet Wald- und Grünlandflächen, schützt bedrohte Tierarten und schafft nachhaltige Einkommensmöglichkeiten für lokale Gemeinden. Mit unserer Rumänien Rundreise mit Kids und Teens unterstützen wir diese Stiftung.
Wir besuchten eine Waldschule, in der Kinder eine Woche lang wohnen und die Natur intensiv erleben, zum Beispiel durch Outdoor-Aktivitäten und Workshops im Schulhaus. Das Angebot ist für die Kinder kostenlos, Schulklassen können sich bewerben.
Nach einem traditionellen Mittagessen bei einer einheimischen Familie besuchten wir einen Biberdamm und das Biber-Besucherzentrum. Dort lernten wir alles über die wichtige Rolle der Biber im Ökosystem. Im Shop konnten regionale Produkte wie Honig und Aufstriche erworben werden.
Dann war es Zeit, uns von unserem Guide zu verabschieden, und mit meinem Gepäck ging es per Transfer zurück nach Sibiu – so ist es auch bei der Rumänien Gruppenreise geplant.
Sibiu – Stadt der drei Kulturen
Sibiu ist eine der schönsten Städte Rumäniens: historische Mauern, verwinkelte Gassen, gemütliche Plätze und eine lebendige Kulturszene. Ich nutzte den Abend und den nächsten Morgen, um die Stadt zu erkunden.
Zum Abendessen besuchte ich eine lokale Brauerei außerhalb der Stadtmauer. Das Essen war hervorragend und bot auch vegetarische Optionen – perfekt nach intensiven Naturtagen.
Praktische Tipps zur Abreise und Verlängerung
Der Transfer zum Flughafen Sibiu ist nicht inkludiert. Am besten lässt man sich an der Hotelrezeption ein Taxi bestellen – zuverlässig und kostengünstig.
Wer möchte, kann den Aufenthalt in Sibiu über uns verlängern oder mit einem Mietwagen zu einer weiteren Farm fahren, um von dort Siebenbürgen mit Kindern weiter individuell zu entdecken.
Für wen eignet sich die Familienreise „Rumänien Family & Teens“?
Aufgrund der vielen Naturwanderungen und Outdoor-Aktivitäten empfehlen wir diese Reise für Familien mit Teenagern ab etwa elf Jahren. Für Kinder unter elf Jahren ist eine Teilnahme an der Bärenbeobachtung nicht möglich.
Die Rumänien Erlebnisreise mit Jugendlichen eignet sich perfekt für Familien, die gerne aktiv sind, Natur erleben möchten und keine Scheu vor echten Wildniserlebnissen haben.
Fazit zur Rumänien Reise für Familien mit Teens
Mir hat diese Reise in die rumänische Wildnis unglaublich gut gefallen. Rumänien bietet eine faszinierende Mischung aus Natur, Wildtieren, Kultur und aktiven Erlebnissen, die Teenager begeistern. Für Familien, die bewusst abseits der Zivilisation reisen und gleichzeitig Naturschutz in den Karpaten unterstützen möchten, ist diese Reise eine hervorragende Wahl.